Oliver Kramer:
Dann herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Podcast von „digitales MV”. Und wie man hört, mein Name ist nicht Mareike Donath, sondern Oliver Kramer. Und ich habe heute die große Ehre, Mareike hier auf der NØRD 2026 zu vertreten. Mareike ist unterwegs, führt viele Gespräche und ich habe heute die tolle Aufgabe, ja ein paar Stimmen einzufangen von den Gästen. Und mein erster Gast ist der Sven. Sven Thomsen, CIO der Staatskanzlei Schleswig-Holstein. Also gleich, ja wenn man so will, einen Nachbarn haben wir sozusagen heute hier zu Gast. Ich freue mich total.
Sven Thomsen:
Ja, genau.
Oliver Kramer:
Wir haben uns im Vorfeld auf das „Du” geeinigt. Sven, Hallo und ja, kurzes Statement von dir heute zur NØRD. Nun hat es ja gerade erst mal angefangen. Deswegen, wir sind noch ganz, ganz am Anfang heute. Aber erzähl mal, was hat dich, was hat euch überhaupt motiviert, zur NØRD nach Mecklenburg-Vorpommern und hier ins schöne Rostock zu kommen?
Sven Thomsen:
Wir haben gemerkt, dass Digitalisierung nur funktioniert, wenn man lokale Communitys baut. Und über lokale Communitys entsteht eigentlich auch erst diese Kraft der Vernetzung und eigentlich auch die Gruppe, mit der man coole Dinge machen kann. Und wir haben in Schleswig-Holstein begonnen, dieses Thema Community Building über einen eigenen Digital Hub aufzusetzen, der für uns genau diese Veranstaltungen macht, mit der wir mit der lokalen
Community zusammenkommen.
Und wir haben Schleswig-Holstein E-Government-mäßig ja so aufgestellt, dass wir auf Open Source, offene Innovation sehr, sehr starken Fokus setzen. Und dann ist es halt nicht mehr ein großer Hersteller oder zwei große Hersteller, mit denen man redet, sondern man redet mit den Leuten, die Bock drauf haben, etwas zu tun. Die NØRD ist glaube ich genau dieses Format, was dieses Community Building in Mecklenburg-Vorpommern auch ermöglicht. Und für uns tatsächlich ein guter Punkt, um mal reinzuschauen und auch Strömungen aufzunehmen und Gespräche aufzunehmen. Wir sind primär, auch mit einem eigenen Stand des Digital Hubs heute hier, um zu verstehen, wie hier die Community funktioniert, um Anknüpfungspunkte zu finden und einfach gemeinsam Dinge zu tun.
Oliver Kramer:
Stichwort Anknüpfungspunkte. Ich weiß, dass es erste zarte Bande zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in dem Bereich gibt, dass da schon ein Stück weit auch mit dem „digitalen MV” zusammengearbeitet wird. Aber meine Frage ist: Wie nimmst du, wie nehmt ihr denn Mecklenburg-Vorpommern, ja so im Bereich der Start-ups, im Bereich der Digitalisierung wahr? Wie ist vielleicht der Außenblick, wenn man so will, auf unser Land? Hast du da vielleicht Beispiele?
Sven Thomsen:
Das, was du ansprachst, die zarten Bande. Es gibt ja jetzt auch eine schriftliche Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Land Schleswig-Holstein, wo wir genau dieses Thema offene Innovation, Verwaltungsmodernisierung, aber auch die Adaption von baltischen Entwicklungen gemeinsam vorantreiben wollen. Und ich glaube, das ist tatsächlich der richtige Weg. Aus Schleswig-Holstein heraus wissen wir, dass gerade in den Nordländern eine sehr, sehr aktive und lebhafte Start-up-Kultur entstanden ist. Das hängt zum einen natürlich mit klassischer, struktureller Wirtschaftsförderung zusammen, zum anderen ist es einfach schön hier. Und was wir halt gemerkt haben: Wenn wir uns im Digitalen bewegen, ist der Standort eigentlich egal.
Und das ist für Länder wie Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein die ideale Chance, aus dem Randbereich in die Mitte zu rücken. Weil die Leute arbeiten gerne hier und sie machen gerne hier ihre Themen und sie honorieren, dass es eben so wie in Mecklenburg-Vorpommern, als auch in Schleswig-Holstein gewisse Strategien gibt, denen wir sagen: „Hey, ihr seid offen, ihr seid willkommen. Wir haben offene Innovationen, wir wollen mit euch zusammenarbeiten. Wenn ihr eine coole Idee habt, dann kommt zu uns und redet mit uns.” Und das ist etwas, was ich in MV sehe, was ich in Schleswig-Holstein sehe. Und deswegen glaube ich, dass wir jetzt auf eine Struktur aufsetzen können. Eine aktive Szene, die Digitalisierung für die nächsten Jahre, für die nächsten Jahrzehnte hier sehr, sehr stark prägen wird.
Oliver Kramer:
Da haben wir natürlich die große Hoffnung, dass dieses zarte Pflänzchen auch immer weiter wächst und ja immer mehr Triebe rauskommen, sozusagen auch über unsere eigenen Landesgrenzen hinaus. Deswegen jetzt noch meine Frage: Worauf freust du dich heute bei der NØRD am meisten? Oder lässt du dich einfach auch ein bisschen oder ihr euch ein wenig treiben?
Sven Thomsen:
Also natürlich habe ich heute auf der NØRD einige Termine, sowohl mit den Ausstellern, aber tatsächlich auch mit einzelnen Kollegen, die einfach gesagt haben: „Wir müssen mal unbedingt miteinander sprechen, bist du eigentlich auf der NØRD?” Das ist immer schon ein gutes Zeichen dafür, dass eine Konferenz funktioniert. Und ansonsten genieße ich es inzwischen, auf solche Veranstaltungen zu gehen und einfach mit dem Flow zu gehen, sich treiben zu lassen und so Ad-hoc-Gespräche zu führen. Ich war jetzt gerade eben an unserem Stand und dann kam ein Kollege hinzu und er fragte: „Was macht ihr eigentlich?” Und dann redet man und dann plötzlich ah okay, da gibt es einen Anknüpfungspunkt, das ist interessant. Das ist das, was ich total cool finde. Und das ist das, was ich heute machen werde. Also ich glaube, Kooperation lebt eben von offener Vernetzung und das funktioniert halt nur, wenn man die Leute zusammenbringt. Und da ist halt die NØRD ein guter Ort dafür.
Oliver Kramer:
Sven, da hast du schon die DNA der NØRD sehr, sehr gut in ein paar Sätzen zusammengefasst. Also, du scheinst das auch wirklich zu leben und ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß heute und auch möglicherweise morgen. Hier bei der NØRD2026. Sven Thomsen, hier im Podcast.
Sven Thomsen:
Herzlichen Dank!
Oliver Kramer:
Vielen Dank!
Oliver Kramer:
Jetzt sprechen wir mit Katja Fröhlich, der Technik-Chefin von hepster, einem Start-up aus Rostock. Hi Katja.
Katja Fröhlich:
Hi Oliver, grüß dich!
Oliver Kramer:
Ja, jetzt ist das nicht deine erste Aufnahme heute, sondern du warst heute schon auf der Bühne. Was gab es denn da?
Katja Fröhlich:
Wir haben darüber gesprochen, wie sich Technik verändert, wie sich Technik auch verändern muss, welche Strukturen wir auch weiter anpacken müssen, um wirklich die Breite der Bevölkerung, also im Prinzip die Hälfte der Bevölkerung, in diese Gestaltung der Technik deutlich besser einzubeziehen und vor allen Dingen auch mit entscheiden zu lassen.
Oliver Kramer:
Ist das immer noch so? Ich meine, man braucht ja bloß mal im eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis oder gerade auch bei den lieben Eltern und Großeltern schauen. Aber auch nicht nur, dass immer noch viele Menschen mit der Digitalisierung im Allgemeinen, aber auch im Speziellen mit Smartphones, digitalen Endgeräten weniger anfangen können als wir?
Katja Fröhlich:
Wenn ich auf meine Familie gucke, die du ja erwähnt hast, da würde ich sagen: Anekdotische Evidenz, genau das Gegenteil. Also, ich habe also Ingenieurinnen als Großmutter und als Mama. Da sind eher die Frauen die Technik-affinen. In der Breite der Gesellschaft? Absolut. Und zwar noch viel mehr, als es sein sollte. Und da haben wir eine, wie ich finde noch relativ langsame Entwicklung.
Oliver Kramer:
Erzähl mal kurz, ja heute deine Eindrücke generell von der NØRD2026. Geht man da mal mit großen Erwartungen rein oder lässt man sich auch ein Stück weit treiben? Wie sind so deine ersten Eindrücke?
Katja Fröhlich:
Also, ich war ja vor zwei Jahren auch schon hier und meine Hoffnung war, dass es genauso wieder ist wie vor zwei Jahren im Sinne von: Es fühlte sich so ein bisschen an wie ein Klassentreffen. Man hat dann über die Jahre ja hier im Land viele Beziehungen aufgebaut, in ganz unterschiedlichen Bereichen. Und vor zwei Jahren habe ich ganz viele Gesichter endlich mal wiedergesehen, für die ich sonst einfach im Alltag nie Zeit habe, wo es sich nicht ergibt. Und das ist definitiv schon mal der Fall. Ansonsten gefällt mir der Aufbau auch sehr gut und da wird es jetzt wieder persönlich. Die Female Stage ist deutlich präsenter, als noch vor zwei Jahren. Darüber freue ich mich schon. Das ist ungelogen so.
Oliver Kramer:
Sehr gut. Ja. hepster, hol uns noch mal ab, was tut hepster? Was ist euer Business, was ist euer Geschäftsmodell? Ich habe ja was läuten hören. Ihr habt ein Jubiläum jetzt feiern dürfen.
Katja Fröhlich:
Ja, zehn Jahre hepster. Meinen größten Respekt an unsere drei Gründer:innen, die da wirklich durch die Höhen und Tiefen inklusive Corona-Zeiten es geschafft haben. Und da muss ich dich jetzt mal ganz kurz korrigieren. hepster von einem Start-up zu einem Scale-up zu entwickeln. Da sind wir also Next Level. Das muss man erst mal schaffen. Und das haben sie auch zu dritt angefangen und bisher zu dritt geschafft. Und ich glaube, hepster hat noch ganz viel vor. Um deine Eingangsfrage zu beantworten: hepster macht Versicherung vor allen Dingen im digitalen und Embedded-Bereich. Das heißt, wenn du zum Beispiel bei deinem Arbeitgeber ein Bike leasen willst über Arbeitgeber Leasing, dann könnte es sein, dass die Versicherung, die zu dem Fahrrad mit dazukommt von uns ist. Oder du willst ein Notebook kaufen auf einem der bekannten Portale und dort kannst du immer Zusatzversicherungen abschließen. Das könnte also auch durchaus sein, dass diese Versicherung auch von hepster ist. Das ist so ein großer Teil unseres Geschäfts. Aber wir haben schon auch klassisches B2C-Versicherungsgeschäft, aber alles digital. Also bei uns gibt es kein Papier. Papier gab es nur in meinem Panel, das ich zur Vorbereitung brauchte.
Oliver Kramer:
Stichwort Scale-up, du hast es eben schon angesprochen, Insur-Tech. Ich habe das neulich auch mal bei Leuten in Berlin erzählt von euch. Die waren auch ganz geflasht und fanden das total cool. Zehn Jahre Insur-Tech in MV ist vielleicht auch nicht selbstverständlich. Würdest du dir mehr davon in MV wünschen?
Katja Fröhlich:
In MV definitiv, ist übrigens auch in Deutschland nicht selbstverständlich. Viele der Insur-Techs, die damals mit uns angefangen haben, gibt es inzwischen nicht mehr. Auch ein bisschen schade, aber da sieht man wieder, wie hart das Geschäft ist und wie hoch die Leistung zu bewerten ist, das wirklich durchzuziehen. In MV definitiv. Also wir haben gute Unternehmen, wir haben eine ganz aktive Start-up-Szene, aber da ist gerade vor allen Dingen im Scale-up-Bereich definitiv auch noch Luft nach oben. Da können wir noch ordentlich Gas geben weiterhin.
Oliver Kramer:
Katja, da machen wir heute hoffentlich ein bisschen den Anfang oder machen da an der Stelle weiter mithilfe der NØRD2026. Dank dir erstmal für die kurzen Impulse und viel Spaß noch.
Katja Fröhlich:
Danke dir!
Oliver Kramer:
Und jetzt sprechen wir mit Florian Lechner. Florian, wir haben uns im Vorfeld auf das „Du” geeinigt. Du bist Bürgermeister der Insel Poel und ganz nebenbei kennt ihn vielleicht der eine oder andere auch als Fußball-Profischiedsrichter, viel unterwegs. Florian, erstmal Hallo hier im Podcast von „digitales MV”.
Florian Lechner:
Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein.
Oliver Kramer:
Was motiviert einen, auf eine Digitalkonferenz zu kommen als Bürgermeister? Es gibt ja, glaube ich, da auch immer wieder Anknüpfungspunkte. Aber was hat dich heute motiviert, heute hierher zu kommen?
Florian Lechner:
Ich bin noch gar nicht so lange Bürgermeister, also seit ein paar Wochen. Ich habe zwar die Wahl im Januar gewonnen, aber bis dahin war ein gewisser zeitlicher Abstand und da konnte ich mir auch Gedanken machen, nicht nur im Wahlkampf, sondern auch jetzt als amtierender Bürgermeister. Wo möchte ich eigentlich hin mit meiner Gemeinde? Und ja, jede Gemeinde hat eine Website, aber dann verließen sie uns auch schon und ich finde, das ist einfach zu wenig in diesen Zeiten. Und deswegen haben nicht nur ich, sondern auch mein Kur-Direktor, den habe ich gleich mit eingepackt heute. Haben wir uns das mal angeschaut und haben geguckt, wo können wir anknüpfen und wo wollen wir eigentlich digital in den nächsten Jahren hin?
Oliver Kramer:
Das ist natürlich ein weites Feld, Stichwort E-Government. Da kann man natürlich auch mit einsteigen. Aber siehst du unmittelbare Anknüpfungspunkte, wie so eine Gemeinde oder in dem Fall eine Insel ja auch sozusagen sichtbarer werden kann? Du hast erzählt jetzt, du hast den Tourismus-Chef mit. Ich glaube, ja, man muss sich auch immer wieder bewegen und mit der Zeit gehen.
Florian Lechner:
Absolut. Es geht auch um Sichtbarkeit Und Sichtbarkeit findet natürlich in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern natürlich auch digital statt. Also wenn du dich hier gut verkaufen kannst, dich gut vertreten kannst, dann wirst du auch wahrgenommen. Und wenn du halt gar keinen Auftritt hast, dann ist es natürlich schwierig. Und auf der anderen Seite geht es natürlich auch um interne Sachen. Also, wie möchte meine Verwaltung eigentlich attraktiv sein? Und attraktiv ist sie bestimmt nicht in einem Papier-Büro, sondern in einem digitalen.
Oliver Kramer:
Darauf läuft es hoffentlich hinaus. Das ist natürlich auch ein Prozess, nicht von heute auf morgen. Stichwort NØRD2026. Worauf freust du dich hier? Gibt es so ein paar Punkte, wo du sagst: „Ja, das will ich mir anschauen?”
Florian Lechner:
Also, ich habe die Führung am Anfang gesehen, also wir wurden gleich am Counter empfangen. Es gibt verschiedene Führungen für verschiedene Bedarfe und verschiedene Interessen. Und dann hieß es auch gleich „digitale Verwaltung”, dann nehmen wir euch mit und dann nehmen wir euch auch an die Stände mit, die für euch interessant sind. Ich fand das ein total tolles Commitment, dass man sagt: „Ja wir lassen euch hier nicht einfach nur laufen, sondern wir nehmen euch auch ein bisschen an die Hand.“ Weil, ist natürlich eine große Messe und das fand ich eine total schöne Sache und bei der wir uns auch beteiligen werden.
Oliver Kramer:
Kurz und bündig, heute kleiner Eindruck, erstmal für dich politisch alles Gute und sportlich natürlich für die kommende Saison auch alles Gute.
Florian Lechner:
Vielen Dank. Dankeschön. Ja, bis bald mal vielleicht wieder!
Oliver Kramer:
Bis bald.
Oliver Kramer:
Und jetzt sprechen wir mit Martha Kamati aus Namibia. Und Martha ist hier mit ihrem Unternehmen Koinonia Impact, bei dem es um nachhaltige Landwirtschaft geht. Aber das wirst du uns gleich erzählen. Hi Martha.
Martha Kamati:
Hi, schön dich zu sehen.
Oliver Kramer:
Und wir versuchen das Ganze auf Englisch. Das ist neu für mich, aber wir versuchen es. Was sind deine ersten Eindrücke hier von der NØRD-Konferenz?
Martha Kamati:
Ja. Ich finde, es ist wirklich eine tolle Initiative, um Menschen zusammenzubringen. Viele Leute und Unternehmen schließen sich zu einem Kooperationsnetzwerk zusammen. Mein erster Eindruck ist also sehr positiv. Ich mag es hier sehr und ich freue mich darauf, neue Leute und Unternehmen kennenzulernen.
Oliver Kramer:
Also, erzähl uns von deinem Unternehmen und deinem Geschäft.
Martha Kamati:
Unser Unternehmen heißt Koinonia Impact, was so viel wie Gemeinschaft bedeutet – eine Gemeinschaft, die gemeinsam Lösungen erarbeitet. Wir bieten nachhaltige Landwirtschaft an, die auf Hydrokultur basiert und auf künstliche Bewässerung verzichtet. Namibia ist ein sehr trockenes Gebiet mit begrenztem Niederschlag. Daher suchen wir nach neuen Lösungen, um unsere eigenen Obstplantagen zu errichten und Importe zu vermeiden, denn der Großteil unserer Lebensmittel wird importiert und das ist sehr teuer. Wir möchten junge Menschen und Frauen befähigen, ihr eigenes Obst anzubauen und ihnen die nötigen Fähigkeiten vermitteln. Und das ganzjährig. Und ohne die Wasserlimitierung.
Oliver Kramer:
Und du bist extra nach Deutschland, hierher nach Rostock gekommen. Um was zu tun? Um neue Kontakte zu entwickeln?
Martha Kamati:
Ja. Die Idee war, ein Netzwerk aufzubauen, mögliche Partner innerhalb der Branche zu finden, mit denen man zusammenarbeiten kann, und auch einfach, um mein Netzwerk zu erweitern, die Deutschen ein wenig kennenzulernen und etwas Spaß zu haben.
Oliver Kramer:
Ja, super, und ich hoffe, du triffst hier viele interessante Leute auf der NØRD Konferenz 2026. Und danke für das kurze Gespräch. Hab noch einen schönen Tag.
Martha Kamati:
Danke, du auch.
Oliver Kramer:
Jetzt sprechen wir mit Dr. Wolfgang König vom Bildungswerk der Wirtschaft und KI-Experten. So habe ich dich auch kennengelernt. Wolfgang, wir haben uns aufs „Du” geeinigt im Vorfeld. Schön, dass du hier heute bist im Podcast des „digitalen MV”. Ja, immer so die Einstiegsfrage: Wie sind so deine
ersten Eindrücke heute von der NØRD2026?
Dr. Wolfgang König:
Ja, die NØRD ist natürlich eine tolle Gelegenheit, sage ich mal, sich in der Szene zu vernetzen, verschiedene Angebote auch zu sehen und eben auch diese Kontakte zu knüpfen. Also, was ganz Wertvolles jenseits des digitalen Raums, obwohl es ja eine Digitalmesse ist
Oliver Kramer:
Ja, genau. Es ist ja wie so eine Art Mischung und ein großes Feld, was natürlich nicht nur seit heute oder seit gestern, sondern seit einiger Zeit in aller Munde ist, ist natürlich das Thema KI. Wie nimmst du das aktuell wahr? Es hat ja schon eine Entwicklung jetzt genommen. Also viele Menschen, auch im dienstlichen oder im privaten Bereich sind damit jetzt schon in Berührung gekommen, haben die ersten Erfahrungen damit gesammelt.
Ich frag mal so: Wo stehen wir?
Dr. Wolfgang König:
Ja, also ein ganz spannender Punkt. Es betrifft uns alle. Wir kommen nicht drum rum, auf dem Handy, in Word, überall ploppt es auf, bei Google überall. Und da ist so das Thema: Ja, KI-Kompetenz, was ist das eigentlich, das ist ein bisschen das Herzensthema. Und damit begonnen hat es ganz kurz nur gesagt, in einem Bundesprojekt vom Bundesbildungsministerium, das heißt „Netzwerk Q“. Das war für die Ausbildungspraxis, gibt es auch immer noch. Und da machen wir jetzt zum Beispiel den KI-Lernfahrplan, das Graue Box Modell, der Chatbot, Didaktik oder solche Sachen, um das Thema greifbar zu machen. Ist ja wie ein neues Lernmedium oder Arbeitsmedium. Und das Spannende ist, wir alle können das ja verwenden und wir müssen ja nur was reinschreiben. Und da ist es Fluch und Segen zugleich, weil jeder kann damit etwas tun. Niedrigschwellig, gratis, kostenlos. Wir bezahlen
halt mit unseren Daten und eventuell auch tun wir Dinge, die wir nicht tun dürfen, ohne dass wir es wissen.
Ein Beispiel: Ich suche dich bei der Google KI und frage: Wie bist du denn menschlich? Und da wirst du es nicht glauben. Dann sagt die Google KI: „Ja, aufgrund seiner LinkedIn-Beiträge screene ich dich wie folgt.” Da habe ich mal das Experiment gemacht und bin fast vom Stuhl gekippt, wie leicht man eine verbotene Praktik ausführen kann, ohne dass man das ja weiß. Und das ist natürlich brutal, weil es hat ja damit Schaden usw. viele Hürden auch. Und da bin ich eben in einem Projekt, das vom Land und von der EU gefördert ist. Dieser Weiterbildungsverbund KI-Kompetenz, der ist
beim Bildungswerk der Wirtschaft eben mit angegliedert. Da versuchen wir halt die Unternehmen und die Lösungsanbieter zusammenzubringen. Bei allem, was das Thema KI, KI-Kompetenz betrifft, weil es auf der einen Seite so ein Soft Facts-Thema, so wie Medienkompetenz, ja, aber es ist halt auch brutal Hard Fact, weil man eben so viel auch eigentlich im Hinterkopf mitlaufen lassen muss, was darf ich? Wo ist es denn sinnstiftend oder auch nicht sinnstiftend? Und da ist KI-Kompetenz natürlich total wichtig, weil die Fehlverwendung geht eben ganz leicht.
Oliver Kramer:
Auf was freust du dich heute noch bei der NØRD oder was hast du vielleicht schon erlebt, was dich vielleicht auch beeindruckt hat oder wo du sagst: Ja, das nehme ich gerne mit oder das würde ich heute noch mit angehen wollen?
Dr. Wolfgang König:
Ja, also ich muss sagen, hier ist so ein gewisser Spirit, so dieser Geist der Vernetzung, aber auch der Präsenz und wie dieses Thema sozusagen von Menschen ja doch getragen ist. Und das ist doch was Schönes, Balsam für die Seele. Auf der einen Seite hast du die Technik-Komponente, auf der anderen Seite das menschliche Band. Und das ist ja eigentlich so das gelungenste Szenario, was man sich wünschen würde. Wir machen mit der Technik
das Bestmögliche für uns alle. Und das ist natürlich gesellschaftlich, wenn es gut läuft, auch eine super Sache.
Oliver Kramer:
Absolut. Wolfgang, in aller Kürze, wir könnten wahrscheinlich auch noch eine Weile sprechen miteinander über dieses weite und sehr spannende Feld. Aber fürs Erste, herzlichen Dank.
Dr. Wolfgang König:
Prima. Ich danke dir auch.
Oliver Kramer:
Jetzt sprechen wir mit Birgit Waniorek vom ASB. Sie ist zuständig für Ausbildung Bevölkerungsschutz und die Breitenausbildung. Hallo erstmal, liebe Birgit. Wir haben uns im Vorfeld auf das „Du” geeinigt.
Birgit Waniorek:
Hallo Olli, schön dass ich da sein darf.
Oliver Kramer:
Und wir sind, ich habe mal gesagt einen Steinwurf nur von der Female Lounge weg, von der Female Area und da standest du gerade auf der Bühne und da bist du mir aufgefallen. Wir kannten uns vorher nicht und ich sagte mir so: „Mensch, die Birgit ist so eine coole Frau, die lade ich jetzt mir gleich mal ein in den Podcast.“ Denn, du bist zur „Frau des Jahres“ (in Mecklenburg-Vorpommern/ Anm. d. Red.) ausgezeichnet worden. So ist glaube ich das richtige Wort. Erzähl doch jetzt erstmal, ja, wofür denn eigentlich? Oder für was denn?
Birgit Waniorek:
Ja, das ist immer die schwierigste Frage an der Stelle. Ich habe jetzt gelernt, mir Mantra-mäßig zu sagen: „Ich bin dafür ausgezeichnet worden, weil ich liebe, was ich tue.” Das sehe ich schon mal eine gute Idee. Damit bin ich schon mal so im Flow, was das Reden angeht, weil das Reden über mich fällt mir schwer, wie wahrscheinlich vielen Ehrenamtlern. Und trotzdem ist es so unfassbar wichtig, dass wir transparent machen, was wir da tun. Weil wir sind nämlich immer so unsichtbar. Das sind alles so die kleinen Arbeiter:innen, die da aktiv sind und Dinge bewegen und in irgendeinem Kämmerchen sitzen, sich fortbilden und solche Dinge. Und ich versuche, da Sichtbarkeit zu schaffen. Das gelingt mir noch nicht so gut, weil ich auch
immer in diesem Kämmerchen beschäftigt bin und viel zu wenig Zeit für ein Netzwerk habe, wie viele Frauen leider.
Ich glaube, ich bin dafür ausgezeichnet worden, dass mir Demokratie unfassbar am Herzen liegt. Jeden Tag steige ich dafür ins Gespräch, in alle Gespräche und geh keinem aus dem Weg. Ich steige für Menschen in Gespräche ein, die mehr Sichtbarkeit brauchen. Ob das jetzt vulnerable Gruppen sind, Menschen, die behindert sind oder Frauen. Oder wir sprechen über non-binäre Personen, es gibt unfassbar, psychisch Kranke, ist mir auch immer noch ein Thema und die haben einfach keine Sichtbarkeit und sie werden sie auch nicht bekommen, weil wir zu wenig Frauen in Führungsrollen haben. Denn im Moment erfüllen wir ja noch das Klischee. Du darfst gleich auch was sagen Olli.
Oliver Kramer:
Ja, ich höre gespannt zu.
Birgit Waniorek:
Ja, es sieht so aus. Im Moment erfüllen wir einfach noch das Klischee: die Frauen erwirtschaften eigentlich den Großteil des Care Works. Das heißt, der Mann weiß oft nicht, wie es ist, für die Nachbarin noch schnell das Brot zu kaufen oder das Wasser hochzuschleppen. Oder er macht es, weil man es ihm gesagt hat. Und weil Frauen eben diese Care Work gerade abbilden, sehen sie natürlich auch viel mehr diese Nöte. Und ich sage mal, gerade
im Bevölkerungsschutz ist es unfassbar wichtig, dass wir viel mehr Sichtbarkeit für diese Dinge haben.
Oliver Kramer:
Wie engagierst du dich denn konkret in diesen Ehrenämtern oder bei dieser Sichtbarmachung? Und da gleich diese anschließende Frage, weil wir ja sehr stark aufs Digitale schauen: Inwieweit kann denn die Digitalisierung dabei unterstützen?
Birgit Waniorek:
Da habe ich eine sehr große Wunschliste. Das ist fast wie Weihnachten bei meinen Kindern das Ding geht aufzuklappen und dann sind da noch fünf Zettel untereinander angeklebt. Also da geht es dann nur um die digitalen Punkte.
Oliver Kramer:
Das fällt dann so runter.
Birgit Waniorek:
Das rollt so raus wie ein Leporello. Ganz genau. Da geht es ja nur um die digitalen Punkte. Nein, es gibt da noch eine Einsatzmaterialien-Liste. Und so weiter. Es gibt für alles Listen, aber die digitalen auch. Es ist ein nicht wegzudenkender Bereich, der uns ganz, ganz viel vereinfachen würde. Ich will jetzt nicht sagen: „Mach mal jemand eine App für uns.“ Aber Wertschätzung, Verknüpfung, Vernetzung von Ehrenamtlern und zwar über die Hilfsorganisationen hinaus.
Oliver Kramer:
Also ich merke schon, der ASB geht nicht nur in Sachen Digitalisierung voran. Du gehst voran. Du bist vor allem, du stellst dich hier auf die Bühne, bist sichtbar und ziehst vielleicht auch die anderen so ein Stück weit mit. Aber ich glaube, es ist oft auch ein Thema des Mutes, in die Sichtbarkeit zu kommen. Die Männer sind ja da, preschen immer so ein bisschen vor und sind vielleicht auch ein bisschen lauter. Aber ich glaube, darum geht es auch, dass Frauen vor allen Dingen auch sichtbar werden und hörbar werden.
Birgit Waniorek:
Genau. Und dafür brauche ich – sorry, Leute, wenn ich das sage – aber ihr müsst uns unterstützen. Und wer keine Zeit hat, hat Geld. Entweder oder. Das bauen wir dann vielleicht noch...
Oliver Kramer:
Dazwischen gibt's gar nichts.
Birgit Waniorek:
Ja, genau, in den Gesprächen weiter aus.
Oliver Kramer:
Und ich sage auf jeden Fall erst mal jetzt Danke für diesen kurzen Einblick. Wir haben ja immer nur so ein bisschen Zeit. Ich glaube wie gesagt, wir
könnten noch ein bisschen länger sprechen. Aber liebe Birgit, erstmal Glückwunsch zu diesem Titel, das kann man wirklich sagen und da geht es nicht um den Titel, sondern es geht glaube ich darum, was dahinter steht. Und viel Spaß heute noch auf der NØRD.
Birgit Waniorek:
Ganz herzlichen Dank dir Olli für deine Zeit.
Oliver Kramer:
Gerne.
Birgit Waniorek:
Tschüss, tschüss!
Oliver Kramer:
Und jetzt sprechen wir mit Martin Lentz. Martin ist Berater für Change Management und Transformation in Unternehmen. Und wir haben uns im Vorfeld
auf das „Du” geeinigt. Erstmal Hallo Martin.
Martin Lentz:
Hallo.
Oliver Kramer:
Schön, dass du hier bist. Ja, erzähl mal, was hat dich eigentlich heute motiviert, zur NØRD zu kommen?
Martin Lentz:
Ja, ich habe die NØRD das letzte Mal ja vor zwei Jahren so mitgekriegt. Aber da war ich nicht dort und habe gedacht, das ist ein tolles Format
für Mecklenburg-Vorpommern und ist auch ein „Leuchtturm"-Format finde ich für diese Region, für das Bundesland und da wollte ich diesmal dabei sein.
Oliver Kramer:
Martin, was willst du heute eigentlich mitnehmen? Warum bist du heute hier? Lässt man sich da eher treiben oder geht man mit einem konkreten Ziel rein?
Martin Lentz:
Also man kann natürlich mit einem konkreten Ziel reingehen. Ich habe kein konkretes Ziel, außer dem, dass ich ganz viele Kontakte sammeln möchte, neue Kooperationspartner finden, bekannte Leute wiedersehen und auch deren Kontakte kennenlernen und dass die auch meine Kontakte kennenlernen. Also im Grunde Netzwerken.
Oliver Kramer:
Das große Thema bei der NØRD ist ja immer die Digitalisierung. Wie weit sind wir da in Mecklenburg-Vorpommern? Vielleicht mal so die Frage. Das ist eine sehr große Frage, ich weiß. Aber wie nimmst du das persönlich in deinem täglichen Doing so wahr? Nutzt du schon digitale Tools? Wie vernetzt bist du? Nimmst du vielleicht auch Veranstaltungen, Netzwerkveranstaltungen wahr? Wie nimmst du das so in deinem Business wahr?
Martin Lentz:
Also, ich glaube, wir unterschätzen den Standpunkt, an dem wir schon sind. Dafür sind solche Formate wie die NØRD auch großartig. Ich glaube, wir sollten mehr anpacken, mehr ins Doing kommen. Wir haben sehr viel Expertise, wir haben tolle Start-ups hier. Wir haben eigentlich alle Möglichkeiten. Wir müssen in Fahrt kommen, glaube ich. Und das ist ein guter Start hier auf der NØRD, dass man das mal sichtbar macht, was MV alles kann oder auch angrenzende Regionen auch, das Baltikum ist ja mit hier dabei, die ja sowieso Vorreiter sind, auch in der Digitalisierung der Verwaltung und von staatlichen Strukturen. Da kann man sich einiges abgucken. Man kann voneinander lernen und ich glaube, wir müssen ins Tun kommen. Wir sind sehr gut aufgestellt, glaube ich.
Oliver Kramer:
Martin, vielen Dank für diesen kurzen Einblick und Statement und viel Spaß heute auf der NØRD.
Martin Lentz:
Dankeschön.
Oliver Kramer:
Jetzt freue ich mich ganz besonders auf Deniz. Deniz von Windheim, Student für Management von kleinen und mittleren Unternehmen an der Hochschule Stralsund. Ich hoffe, ich habe das so richtig eingeordnet
Deniz von Windheim:
Ja.
Oliver Kramer:
Und ich stolpere sofort über den Namen. Nicht über deinen Namen, sondern über den Namen des Studiengangs, kleine und mittlere Unternehmen. Das ist ja schon eine ziemlich krasse Spezialisierung, dass es dafür einen Studiengang gibt. Ich glaube, die Frage kriegt man häufiger gestellt. Worum geht's?
Deniz von Windheim:
Naja, es geht darum, dass man lernt was überhaupt kleine und mittlere Unternehmen sind, was deren Besonderheiten sind und wie man mit diesen kleinen und mittleren, mit diesen begrenzten Ressourcen dann in einem kleinen und mittleren Unternehmen umgeht. Und das bekommen wir von unseren Dozenten dann beigebracht, werden da in die Hand genommen, wie KMU's funktionieren, was Besonderheiten sind. Das Schöne an der Hochschule ist, sie ist sehr praxisorientiert. Unsere Dozenten sind viel in der Praxis gewesen, haben ihre Erfahrungen auch gemacht und dadurch werden diese Erfahrungen auch entsprechend an uns weitergegeben. Und wir haben dann tolle Einblicke von unseren Dozenten, auch aus dem KMU und aus dem Arbeitsleben, wie das dann entsprechend so ist.
Oliver Kramer:
Ich finde, dass dieser Studiengang auch sehr gut zu Mecklenburg-Vorpommern passt, ist wahrscheinlich auch kein Zufall, weil Mecklenburg-Vorpommern meiner Meinung nach sehr stark KMU-geprägt ist. Das heißt, wir haben hier nun mal nicht so die ganz große Industrie. Sicherlich ein bisschen ja, Werften früher usw. und so fort. Aber ich glaube, das ist das Rückgrat für MV, diese KMU. Wie nimmst du das wahr?
Deniz von Windheim:
Auf jeden Fall. Also nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern, sondern allgemein für ganz Deutschland ist es der Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Und klar, wie du sagst, auch in Mecklenburg-Vorpommern ist es definitiv ein großer Anteil oder der hauptsächliche Anteil KMU's.
Oliver Kramer:
Wie nimmst du die Konferenz heute hier wahr so, man hat ja manchmal so einen Vibe einfach so, läuft ja schon ein paar Stunden hier am ersten Konferenztag. Hast du schon paar coole Gespräche führen können, oder ist dir was hängen geblieben?
Deniz von Windheim:
Ja, auf jeden Fall. Also die Vorträge sind immer, finde ich, sehr, sehr spannend hier. Es ist wie so ein Update immer was man bekommt, was gerade so das Land bewegt, wie es gerade so thematischmit einigen Themen vorangeht. Die letzte NØRD war ja 2024, da war ich auch dabei. Das war da quasi meine erste NØRD und das war auf jeden Fall sehr spannend zu sehen, was in den einzelnen Themengebieten passiert. Die wurden dann halt vorgestellt von unterschiedlichen Personen. Das war dann ganz interessant. Und wenn man halt öfter mal eine NØRD mitgemacht hat, jetzt meine zweite, kann man auch so ein bisschen so Entwicklungen sehen, wie sich einige Themengebiete verändert haben, wie sie sich entwickelt haben. Jetzt ein ganz allgegenwärtiges Thema: KI, auch in den Ministerien und in den einzelnen Verwaltungen. Spannend auf jeden Fall. Man hat spannende Einblicke bekommen, wie überhaupt in den Ministerien mit diesem Thema umgegangen wird. Wir schauen auch wieder auf Lettland, wie in vielen anderen Themen in der Digitalisierung auch. Aber im Großen und Ganzen ist das halt dieser spannende Teil zu sehen, wie wird mit Themen umgegangen, wo schauen wir hin, wie machen wir das und wie entwickeln sich die Themen auch?
Oliver Kramer:
Ja, Deniz, erstmal das als kleine Impression, als Statement. Danke dir und vor allen Dingen für dein Studium alles, alles Gute, dass du das gut abschließt und dass es dann auch weitergeht. Und ja, viel Spaß heute vor allen Dingen noch.
Deniz von Windheim:
Dankeschön.
Oliver Kramer:
Jetzt sprechen wir mit Henrik Wegner. Henrik ist vom DeveLUP in Ludwigslust, einem Gründungs- und Start-up-Zentrum. Und ja, erst mal ein Hallo Henrik.
Henrik Wegner:
Moin. Moin Zukunft! Ja, also ich muss sagen, wir haben dieses Jahr zum ersten Mal einen Stand. Bei der NØRD war ich schon beim letzten Mal dabei. Es ist eine total tolle Digital Convention. Ich sage immer, die Mini-Slush, die man ja in Helsinki erleben kann, ist quasi für Mecklenburg-Vorpommern ein tolles Netzwerken. Mein Netzwerk wird täglich oder sage ich mal hier auf der Messe stündlich erweitert. Ja, wir sind mit dem Zukunftszentrum DeveLUP zum ersten Mal mit dabei als Stand. Wir präsentieren eben die Volkshochschule des Landkreises. Wir haben den Digitalisierungsexperten von der Volkshochschule mit dabei, einen Drucker, wo wir KI-Modelle erstellen.
Und dann haben wir aber auch das Thema Start-up und Gründungs-Ökosystem, was ich multipliziere. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist mit an Bord. Und der Landkreis. Der hat gerade vor kurzem so einen Chatbot erstellt, der quasi unsere Internetseite erweitert, den man dann Fragen stellen kann zum Landkreis, ihn dann auch quasi auf die Probe stellen. Und ich finde es vielfältig. Wir haben tolle Kontakte bisher geknüpft. Es ist der erste Tag und ich freue mich auf weitere Inputs und neue Synergien.
Oliver Kramer:
Ja, also bei dir, Henrik, wir kennen uns ja nun auch schon eine Weile, merkt man. Du sprühst vor Ideen. Du brennst für die Sache. Und das DeveLUP gibt es ja jetzt schon einige Jahre. Und ich glaube, euer Thema ist wirklich auch diese Belebung der Unternehmens- und Start-up-Kultur im ländlichen Raum. Du musst jetzt kein riesen Fazit ziehen, aber wie ist vielleicht so eine Zwischenbilanz, dass du sagst ihr seid auf einem guten Weg, einfach auch für Start-ups Angebote zu machen?
Henrik Wegner:
Ja, also es läuft. Wir haben sehr viele Veranstaltungsformate. Es ist so ein bisschen ausprobieren, was sehr gut ankommt. Ob das ein Speed Dating ist zwischen den Unternehmern, die im Landkreis ja vertreten sind, und den Jungunternehmern. Aber wir haben auch einen Pitch Training „Himmel der Möwen” natürlich mit der Gründungswerft. Zusammen mit dem „digitalen MV” machen wir Gesprächsrunden, der Unternehmerverband. Da gibt es Kooperationen, Berufsorientierungsmessen. Wir haben Gründerworkshops, Hybrid natürlich. Der Landkreis ist der zweitgrößte Deutschlands und die Community wächst sage ich mal täglich. Es spricht sich rum, dass wir supporten, dass wir Reichweite generieren und das macht Spaß. Und ich mache viele interessante Formate bzw. lerne neue Leute kennen. Und manchmal denke ich so, der Zeitraum reicht ja nicht aus, um das umzusetzen, was man so im Kopf hat.
Oliver Kramer:
Ja, absolut, also ganz klasse. Und du hast uns nämlich heute was mitgebracht. Und liebe Leute, da können wir ausnahmsweise mal Werbung für machen. Sonst ja gar nicht in dem Podcast. Aber in dem Fall hast du uns eine schöne Brause mitgebracht. Schmeckt wirklich gut.
Henrik Wegner:
Ich danke. Das gebe ich gerne weiter. Es ist quasi, das sind die Vielanker Brausen bei uns aus der Region und ich hatte die Aufgabe, mal für einen Tag der Deutschen Einheit ein nachhaltiges Produkt als Merch zu entwickeln und habe gesagt zu den Farben, zu den CW-Farben, die wir als DeveLUP vertreten, suche ich mal die dementsprechenden Brausen aus und die nehme ich jetzt immer mit. Das ist die DeveLUP-Brause und die passt zu unserem Slogan: „Wenn es luppt, dann luppts.” Und es freut mich, dass ich euch so eine kleine Freude machen konnte.
Oliver Kramer:
Hendrik, das in aller Kürze demnächst auch mal glaube ich ein bisschen länger im Podcast von „digitales MV”. Und ansonsten sage ich erstmal: Viel Spaß bei der NØRD!
Henrik Wegner:
Herzlichen Dank und viel Erfolg weiterhin mit deinem coolen Podcast.
Oliver Kramer:
Das läuft hier wie beim Film und jetzt habe ich hier zum Abschluss des ersten Tages die liebe Anke. Anke Parson. Wir haben uns im Vorfeld aufs „Du” geeinigt und Anke ist vom Start-up Urban Beta aus Greifswald. Ich hoffe, ich habe das alles so richtig und gut zusammengefasst. Zuerst Anke die Frage: Kann man denn schon mal „Glückwunsch“ sagen? Ich glaube, du hast heute schon mal gewonnen. Also du bist eine Gewinnerin des ersten Tages. Wo warst du heute unterwegs?
Anke Parson:
Genau, ich war heute auf der Bühne. Auf der Pitch Stage bei „Himmel der Möwen” von der Gründungswerft. Und da haben sieben verschiedene Start-ups
heute gepitcht. Und zwei davon sind in die Endauswahl gekommen. Einer davon waren wir. Und morgen geht es dann auf die große Bühne ins große Finale.
Oliver Kramer:
Das heißt, du darfst morgen noch mal kommen?
Anke Parson:
Ich darf morgen wiederkommen, genau.
Oliver Kramer:
Ganz, ganz stark. Und wie war es so? Sehr aufgeregt gewesen oder?
Anke Parson:
Gar nicht. Wir machen das ja öfters und schon länger. Von daher geht das irgendwann in Fleisch und Blut über. Erzähl kurz zu Urban Beta. Was tut ihr? Was ist euer Geschäftsmodell? Wir sind im Bereich nachhaltigem Bauen, zirkulären Bauen unterwegs. Seit 2021 haben wir ein Bausystem auf den Markt gebracht, was aus wiederrückbaubaren Komponenten besteht. Das heißt, wir können drei-, vieretagige Holzgebäude für Schulen, Gewerbe, aber auch Wohnen bauen, die wir immer wieder verändern können. Das heißt, wir können die Gebäude später erweitern, Geschosse aufbauen, Geschosse zurücknehmen oder eben alle Bauteile zurückbauen und in neuen Gebäude-Formationen wiederverwenden. Und zu diesen Bausystemen entwickeln wir auch gerade einen digitalen Layer, der unterschiedlichen Bauunternehmen eben auch hilft, in diesem Bausystem sehr einfach zu planen, Akquise zu betreiben bis hin aber auch zur Baustelle, zur Produktion, zur Umsetzung. Das wird einmal komplett in so einer digitalen Software-Plattform begleitet und damit können wir dann deutschlandweit, aber auch international mit dem Bausystem mit unterschiedlichen Bauunternehmen bauen.
Oliver Kramer:
Das heißt, ich höre heraus, das ist ja auch das große Thema der NØRD2026. Es ist nicht nur eine sehr nachhaltige Lösung, sondern auch eine von Anfang an digitale Lösung, die mitgedacht ist.
Anke Parson:
Genau richtig. Es hat ursprünglich damit gestartet, dass wir gesagt haben: Okay, wenn wir rückbaufähige Bauteile haben, wie so ein Lego Stecksystem, dann wollen wir natürlich diese Bauteile auch irgendwie tracken können. Das hat ursprünglich damit angefangen, dass wir alle unsere Bauteile verchippen und wir über eine große Datenbank auch immer wissen, wo ist jedes Bauteil, wie geht es dem Bauteil und wie viel Wert steckt natürlich auch in dem Bauteil. Weil, ich glaube, die größte Herausforderung, die wir im Moment haben, ist, dass keiner mehr über Nachhaltigkeit spricht, weil alle sich in so einer Art Baukrise eher befinden. Und das ist glaube ich auch bei uns der gute Fakt, dass wir sagen: Es geht ja eben nicht um Nachhaltigkeit. Also Nachhaltigkeit heißt ja immer erstmal: Oh, es wird teurer oder es wird ökologisch teurer. Und wir sagen „nein“. Es ist bei uns ja erst mal nicht teurer, weil wir im System bauen. Und gleichzeitig können wir diese Bauteile wieder verwenden. Und was dadurch entsteht, ist eher eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Das heißt, wir können Restwerte viel besser in den Gebäuden erkennen und diese über ganz viele Jahre weiter heben.
Oliver Kramer:
Nun sehen wir dich ja morgen noch mal auf der großen Stage zum großen Pitch-Finale. Aber vielleicht dennoch schon mal so
diese Zwischenbilanz oder Zwischenfrage: Wie ist dein Eindruck von der NØRD? Bis du zum ersten Mal hier?
Anke Parson:
Ich bin wirklich zum ersten Mal hier, weil wir auch vor zwei, drei Jahren erst nach Greifswald gezogen sind mit unserem Unternehmen. Von daher, ich war positiv überrascht, wie viel Digitalisierung und wirklich auch KI-Thematik hier auf der Messe ist. Es ist glaube ich auch eine gute Mischung, auch ein paar aus dem Bauwesen habe ich auch gesehen. So unterschiedliche Verbände bis hin aber auch zu unterschiedlichen Ländern. Ich habe auch Dänemark, Lettland gesehen. Das hat mich auch gefreut, dass da auch diese Internationalisierung hier vertreten ist. Genau. Viel Bühnenprogramm habe ich leider noch nicht geschafft, aber war selber auf der Bühne. Ja, aber ich glaube, das ist insgesamt eine gute Mischung und wichtig natürlich wichtig für den Austausch, Netzwerken.
Oliver Kramer:
Anke, dann viel Erfolg und fürs Start-up vor allen Dingen, für euer Unternehmen und vor allen Dingen auch morgen dann für das große Pitch-Finale und alles, alles Gute.
Anke Parson:
Dankeschön.